Windows Phone 7 ist nun einige Tage am Markt. Die erstens Tests wurden geschrieben. Viele objektive und positive, aber auch einige negative. Grund genug für mich, mich nun selber eingehender mit Windows Phone 7 zu beschäftigen. Was geht’ Was geht (noch) nicht?
Mit Windows Phone 7 hat Microsoft ein Betriebssystem ins Rennen geschickt, welches sich in vielen Teilen von den Mitbewerbern ziemlich abhebt. Es lehnt sich an kein anderes OS an, nichtmal an seinen “Vorgänger” Windows Mobile 6.x, was zu großer Verwirrung bei vielen Usern führt. Ich will mich im weiteren mit dem OS ansich und nicht mit Features von Geräten beschäftigen.
Generell gibt es Seitens Microsoft hohe hardwaretechnische Spezifikationen, auf denen ich im Detail nicht eigehen möchte. Was aber gesagt werden muss, ist dass die Hardwaretasten eindeutig vorgegeben sind. Besonders die drei vorderen Tasten “Zurück”, “Start” und “Suche” verdienen genauere Betrachtung, da diese im Bedienkonzept wichtig sind. Der “Zurück” Button bringt mich immer in den Bildschirm, den ich vorher geöffnet habe. War ich beispielsweise in den Kontakten und bin jetzt im Kalender, springt WP7 bei Druck auf den Knopf auch wieder in die Kontakte zurück. Und das geht auch noch weiter zurück, je nach dem, was vorher geöffnet war.
Der “Start” Button (mit dem Windows Logo) bringt mich a) entweder auf den Startbildschirm zurück oder b) öffnet bei längerem Drücken die Spachsteuerung. Dazu später mehr.
Der “Suche” Button agiert vielfältiger. Vom Startscreen weg aktiviert er die bing-Suche. Benutzt man ihn in den Kontakten, durchsucht er selbige. ebenso innerhalb der E-Mails. Wird er in der Karten-App gedrückt, kann ich nach einer Adresse suchen. Durchaus variabel, das kleine Knöpfchen.
Was einem nach dem Einschalten sofort “anspringt” sind die bunten Kacheln – Tiles genannt. Diese können animiert oder statisch sein, oder eine “Notification” enthalten. Jedenfalls verbergen sich hinter ihnen entweder Programme oder Hubs (deren Funktionen auf dieser Seite schon öfter beschrieben wurden). Und manche dieser Tiles haben eine Notification-Funktion, wie beispielsweise das E-Mail Tile. Hier verrät eine Nummer die Zahl der E-Mails, die ich bekommen habe, seitdem ich das letzte Mal das mobile Oulook geöffnet habe – nicht die Anzahl der ungelesenen Mails, wie ich an vielen Orten schon fälschlicherweise gelesen habe. Das Kalender-Tile – eines der wenigen zweispaltigen Hubs – zeigt den nächsten Termin. Bei einem Klick darauf öffnet sich – no na – der Kalender. Spiele aller Art verstecken sich im XBOX-Tile. Auch Thirs-Party-Apps können eine Notification in einem Tile haben. Daneben kann ich so ziemlich alles auf die Startseite “pinnen”: Kontakte, Programme und Webseiten können dort frei platziert werden.
Wenn einem die Farben nicht gefallen – die können nach Lust und Tageslaune angepasst werden. In den Einstellungen, können zwei Designs (hell oder dunkel) und verschiedene Akzentfarben gewählt werden, wobei der jeweilige Carrier “seine” Farbe hinzufügen kann. Mehr “Branding” gestattet man den Netzprovidern aber nicht.
Individualisierung findet auch im LockScreen statt – wenngleich sie diese auf ein frei definierbares Hintergrundbild beschränkt. Dieser LockScreen zeigt nicht nur Datum und Uhrzeit (oder einen aktiven Wecker), sondern auch die Zahl neuer Mails und SMS sowie den nächsten Termin. Entriegeln lässt sich das Gerät mit einem “Wischer” nach oben, auf Wunsch kann auch ein Pin-Code als Sicherheit hinterlegt werden, den man hier zum Entsperren eingeben kann.
Die Status-Leiste – unter Windows Mobile 6.x ein Tummelplatz mehr oder weniger intelligenter Icons – zeigt, wenn man sie nicht berührt – Uhrzeit und Akkustand. Tippe ich sie jedoch an, verrät sie mir aber auch Signalstärke und ob Wirelessfunktionen wie Bluetooth oder WLAN, aber auch GPS aktiv sind. Letztere lassen sich unter die Einstellungen ein- und ausschalten. Na, vielleicht kommt ja da noch eine “App” für schnelleren Zugriff. Nach ein paar Sekunden verschwinden diese Infos wieder. Ja, das ist neu und wurde auch schon kritisiert. Ich empfinde sie als durchaus gelungen. Sie fügt sich optimal in das klare, text- und informationsorientiere Designkonzept “Metro” ein.
Das gesamte Bedienkonzept von Windows Phone 7 beruht einerseits auf “Touch” – also schieben und klicken und andererseits auf Spracheingabe. Das ist so einfach zu verstehen, dass selbst blutige Anfänger in wenigen Minuten “drin” sind. Das ist eine klare Linie und hebt sich wohltuend von anderen Smartphone-Betriebssystemen ab. Die ersten Modelle kommen ausschließlich mit Touchbedienung auf den Markt, 2011 werden Slider-Phones mit Tastatur folgen. Apropos Tastatur. Die Bildschirmtastatur darf als gelungen bezeichnet werden. Die Texteingabe ist selbst mit dickeren Fingern treffsicher, Umlaute finden sich wie bei den Konkurrenten unter den jeweiligen Buchstaben – also “ä” unter “a” usw. Klickt man länger auf ein Wort, erscheint ein Cursor zur genaueren Navigation innerhalb eines Wortes. Mindestens gleichwertig zur vielgelobten iOS-Tastatur. Was hier allerdings fehlt – bzw. “noch” fehlt – ist “Copy & Paste“. Microsoft war es wichtig, das Betriebssystem vor Weihnachten auf den Markt zu bringen. Da war wohl keine Zeit mehr dafür und so wird dieses “Feature” als Update im ersten Quartal 2011 nachgereicht, was Achim Berg bereits bestätigt hat.
Windows Phone 7 ist ein geschlossenes System. Das bedeutet, dass Features, wie ein Dateisystem, auf das ich nach Belieben zugreifen kann, zwar da, aber für den User unerreichbar ist. Auch die früher beliebten Registryspielereien haben vorerst ein Ende gefunden, zumindest solange, bis einer der “Freaks” der XDA-Developers das Ganze “aushebelt”. Sollte diese “Hürde” irgendwann einmal überwunden werden, sollte auch ein Zugriff auf das Gerät via Festplatten Modus möglich sein, aktuell komm ich da auch nicht vom PC drauf. Alle anderen Inhalte, wie Musik, Videos und Podcasts können nun wirklich bequem mit der neuen Syncsoftware Zune verwaltet werden. Womit wir bei einem der Hauptpunkte wären, die vielen Leuten sauer aufstösst.
Synchronisation. Wo man früher eine Software wie ActiveSync oder Windows Mobile Gerätecenter einsetzte, um seine PIM-Daten auf’s Gerät zu bekommen, ist jetzt…..nichts. Es exisitiert nur mehr die Software Zune, die ist aber, wie oben angemerkt, nur mehr für mediale Inhalte, aber auch “Apps” zuständig. Wie kommen die Kontakte, Kaleneinträge und Mails denn nun auf’s Gerät? Die Lösung liegt in der Wolke (Cloud) – ob man das jetzt mag oder nicht. Microsoft sieht die Zukunft wie viele andere auch im Cloud-Computing. Für mich und viele andere kein Problem, aber es gibt bei vielen auch verständliche Hemmungen, ihre Kontakte oder Termine auf einem fremden Server herumliegen zu lassen – das ist eine Weltanschauung, über die man nicht diskutieren kann. Wenn man sich nun durchgerungen hat, diese Technologie einzusetzen, so stehen einem drei Wege offen. Diese nennen sich Microsoft Exchange Server (und der ist als “Hosted Exchange” mittlerweile auch für Privatpersonen leistbar), Windows Live und Google Mail. Das sind die drei Dienste, die neben Mail auch Kalender und Kontakte unterstützen. Wenn es nur um Mail geht, gehen natürlich alle anderen Anbieter genauso am Windows Phone 7. Ein wenig kniffelig wird es, wenn man zum ersten Mal bestehende Termine und Kontakte vom installierten Outlook am PC auf Windows Live und Google Mail kopieren will. Da gibt’s den Outlook Hotmail Connector, mit dem ich mein Windows Live Konto in Outlook einbinden kann. Dann kopier ich die oben genannten Dinge rüber. Ein wenig holprig, aber dann kab ich mal meine Daten, wo ich sie haben möchte. Aber dann bitte nur mehr Termine und Kontakte via Windows Live eintragen, sonst muss ich wieder alles händisch kopieren! Ähnlich verhält es sich bei Google Mail. Das ist alles Handarbeit.
Ich persönlich bin über Wegfall von ActiveSync und Co. nicht unglücklich. Mit ziemlichem Bauchweh erinnere ich mich an die vielen Userbeschwerden, wo ActiveSync entweder einmal alle Outlookeinträge verdoppelt hat oder eine komplette Outlook-Datendatei ins digitale Nirvana befördert hat. Traf mich auch mehrmals und es dauerte oft Stunden, bis alles wieder so war, wie es sein sollte.
Was weniger verständlich ist, ist die Tatsache, dass Windows Phone 7 keine Aufgabenverwaltung hat, obwohl diese ja wunderbar mit dem Exchange harmonieren würden. Da kann ich wirklich nur hoffen, dass Redmond hier nachbessert. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt. Ähnlich verhält es sich bei den Notizen, die wir von Outlook kennen. Die kommen nicht mehr auf’s Gerät, aber hierfür wurde eine bessere Alternative geschaffen: OneNote. Mit OneNote sind Notizen viel komfortabler zu gestalten und zu verwalten. Also wenn ich eine Notiz schreibe, dann nehm ich OneNote zur Hand (egal ob am WP7-Gerät oder am PC) und synchronisiere diese mit meinem kostenlosen SkyDrive – einer 25 GB-Festplatte in der Wolke. Das klappt ohne Probleme. Diesen SkyDrive-Platz bekomme ich mit meiner Windows Live ID (früher mal “Passport”), die ich haben MUSS, um das WP7 Gerät vernüftig zu betreiben.
Die Windows Live ID ist mein Schlüssel in die Welt von Windows Phone 7 und wird auch gleich bei der Einrichtung abgefragt. Das ganze macht durchaus Sinn, denn mittels dieser Live ID steht mir nicht nur mein XBOX-Live Account offen (für die Spieler unter uns), sondern auch der Marktplatz (Marketplace), wo ich Apps, Videos und Musik kaufen kann. Musik geht übrigens in Österreich noch nicht, da hier noch wegen Lizenzen diskutiert wird. Wird aber bald kommen, wie mir gesagt wurde. Eine Live ID Verbindung mit dem Marktplatz ist mehr wie sinnvoll, denn dieser merkt sich Dank dieser ID, was ich dort heruntergeladen oder gekauft habe. Im Falle eines Hardresets ist es dann nämlich mehr wie leicht, Programme wieder zu installieren. Einfach mit der Windows Live ID wieder am Gerät anmelden und in Kürze werden einem via Marktplatz-App die Programme wieder zum Download angeboten.
Kommen wir zu Office am WP7 Gerät. Hinter diesem Hub verstecken sich OneNote, Word, Excel und Powerpoint. Bearbeitungsfunktionen inklusive. Auch der Zugang zum SharePoint (2010 ist Voraussetzung) ist hier verborgen. Allerdings liegt genau hier ein Punkt begraben, der mich persönlich doch ein wenig stört. Office Dokumente werden nämlich nur mit einem verbundenen SharePoint Server synchronisiert. Und der steht bekanntlich nicht in jedem Keller. Kann man zwar auch anmieten, aber diese Lösung finde ich persönlich unglücklich. Sinnvoller wäre es gewesen, die Dokumente auch mit dem SkyDrive zu synchronisieren. Meine Recherchen haben aber auch ergeben, dass ein DropBox Client in Entwicklung ist, dann sollte das Problem behoben sein. So wie es aktuell ist, ist es “weniger glücklich”.
Wp7 User sollten Freunde von sozialen Netzwerken sein. Damit sich wirklich was auf dem WP7 Gerät tut, ist man gut beraten einen Facebook-Account zu haben. Das soll hier keine Diskussion über das Facebook “für und wider” werden, das muss jeder für sich selber entscheiden. Wenn man “dabei” ist, dann macht das “Networken” richtig Spaß! Timeline Aktualisierungen finden sich im Kontakte-Hub. Dieses fungiert damit als Schnittstelle meiner Kontaktdaten aus Exchange und Co., aber auch meine Facebook-Kontakte werden dorthin reingespielt. Einen “Schieber” weiter seh ich dann die Neuigkeiten meiner Kontakte. Das ist wirklich sehr schön gelöst und lässt keine Wünsche offen. Wobei: eine direkte Twitter-Integration würd ich auch noch toll finden, aber das fällt in meine ganz persönliche “haben mag!” Kategorie. Das Blättern in den Kontakten ist enorm schnell geworden. Wo ich früher einen Stylus benutzt habe oder krampfhaft versucht habe, die “Mini-Buchstaben” am rechten Rand eines WM6.5 Geräts zu treffen, reicht mir ein Druck auf den Anfangsbuchstaben im blauen Kästchen. Es “poppt” das Alphabet hoch, ich drücke den Anfangsbuchstaben des gewünschten Kontaktes und schon bin ich auf dem richtigen Weg. Oder ich drücke die Hardware-Suchtaste oder – und das funktioniert richtig gut – ich benutze die Spracheingabe, die irgendwie in kaum einem anderen Review genannt wird.
Die Spracheingabe wird mit längerem Druck auf die mittlere Taste (die mit dem Windows Logo) aktiviert. Jetzt hab ich die Möglichkeit a) einen Kontakt anzurufen oder b) ein Programm zu starten. Und NEIN, ich muss dem Gerät meine Sprache nicht erst beibringen. “Rufe Max Muster am Handy an.” ruft auch Max Muster am Handy an, ohne dass das OS erst lernen musste, wie man den ausspricht (Voicetagging). Und das geht mit Programmen genau so! Ein “Öffne XYZ” öffnet auch das Programm XYZ. Wobei hier als wichtig anzumerken ist, dass ALLE Apps so gestartet werden können – nicht nur Apps die vorinstalliert sind!” Das führt uns auch zu einem neuartigen Bedienkonzept, was “Apps” betrifft.
Natürlich exisitert ein Startmenü. Versteckt hinter dem kleinen Pfeil im Kreis auf der Startseite. Dort sind alle Programme (ausser Spiele, die sind alle im XBOX Live Tile abgelegt) in alphabetischer Reihenfolge abgelegt. Alphabetisch ist logisch und man findet was man sucht. Eine Ordnerverwaltung – sprich mehrere Programme thematisch in einem Ordner abzulegen – ist nicht vorhanden. Brauch ich persönlich auch nicht, denn entweder “pinne” ich meine Programme, die ich oft brauche auf die Startseite (was ich im übrigen mit Favoritenkontakten oder auch Webseiten ebenso machen kann) ODER ich öffne sie per Sprachbefehl. Und das klappt richtig gut. Ja, das ist alles wieder anders als früher, aber auch Microsoft darf ja mal “Innovationsgeist” zeigen, oder?
Der neue Internet Explorer scheidet die Geister. Vielfach ist man Opera von Smartphones gewohnt und so war die Frage, warum Microsoft eine “alte” Version 7 (zwar mit Komponenten aus dem IE8) verbaut. Gute Frage. Dennoch schneidet der Internet Explorer Mobile 7 in unseren Tests durchaus gut ab. Er ist flott, rendert die Seiten anständig und ist von Smartphone- auf Desktopvariante umschaltbar, was Webseiten, die das abfragen, in ihrer Mobilansicht darstellen lässt. Ebenso bietet er sechs Tabs, zwischen denen ich hin- und herwechseln kann, Favoriten, Verlauf und die Möglichkeit, Webseiten als Icon auf die Startseite zu pinnen. Flash beherrscht er (noch) nicht. Dieses Feature wurde allerdings schon von Adobe angekündigt und sollte bald auf den Geräten ankommen. Die beiliebten YouTube Videos funktionieren, wenn man die kleine YouTube-App aus dem Marktplatz installiert. Letztere gliedert sich auch in die Zune-Software am Gerät ein und verbindet dort auf die mobile Seite des Videoportals.
Womit wir noch einmal ausführlicher beim Marktplatz wären. Dieser bietet neben der Kaufmöglichkeit von Videos und Musik natürlich auch die “Apps”, die den User so erfreuen. Während der Martplatz unter Windows Mobile 6.x ein ordentlicher Griff in die Kloschüssel war, präsentiert sich der Windows Phone 7 Marktplatz schon deutlich übersichtlicher und voller. Schon am Launchtag waren dort mehr Apps zu finden, als beim seinerzeitigen Start des iPhones. Und täglich werden es mehr. Von Sinnlosigkeiten (Hurra! wir haben nun auch einen Furzgenerator *ggg*) bis zu wirklich nützlichen Programmen. Kostenlos oder um Geld. Was uns zum Thema Abrechnung bringt. Das klappt mit Kreditkarte oder – zumindest theoretisch – dann einmal über Mobile Operator Billing, sprich, es landet auf der Telefonrechnung. Der Marktplatz kann aber nicht nur vom Gerät, sondern auch von der Zunesoftware bedient werden. Kaufe ich dort eine Software, wird diese herunterladen und erscheint wenige Minuten “wie von Geisterhand” am Gerät. Beliebte Apps sind bereits verfügbar. So findet man Adobe Reader, Facebook, Twitter und Messenger kostenlos im Marktplatz. Mittlerweile ist die Anzahl der Apps schon vierstellig – ein sehr guter Start wie ich meine. Diese sind thematisch gruppiert oder zum Teil auch als “try & buy” Versionen verfügbar (wenn der Developer das integriert hat, was “angeblich nicht schwer sein soll” – kann ich aber nicht berurteilen). Gibt es ein Update für ein Programm, sieht man eine Notifiaction im Marktplatz-Tile. Anklicken und Update laden – das war’s dann auch schon.
Der Kalender. Die Schnittstelle meiner Aktivitäten setzt sich aus den Komponenten Tagesansicht, Agenda und Monat zusammen. Auch hier kommen unterschiedliche Quellen zum Vorschein. Synchronisiere ich meinen Kalender beispielsweise mit einem Exchange (beruflich) und einem Windows Live Kalender (privat), so finde ich die unterschiedlichen Kalender farblich voneinander getrennt. Die Farben sind frei definierbar. Was ich persönlich noch vermisse, wäre die Wochenansicht und die Wochennummerierung. Aber vielleicht kommt da ja noch was. Erinnerungen erfolgen wie gewohnt. Ein definierbarer Ton erinntert an bevorstehende Termine, auch LEDs blinken. Nichts neues, eher Altbekanntes.
Wäre noch die Zune Software zu betrachten. Diese App ist zuständig für Musik, Podcasts, Video und Radio. Die Inhalte kommen wie bereits besprochen von der PC-Zune-Software oder können via Marktplatz erworben werden. Der MP3-Player zeigt Interpret, Album, Titel und die Metro-eigenen Buttons zur Steuerung: Titel zurück – Abspielen/Pause – Titel vor. Starte ich hier ein Lied, kann ich auch in eine andere App wechseln. Insofern ist Multitasking also doch drin. Der Videoplayer ist performant, bietet aber leider kein Zooming. Hat das Video also eine Auflösung von 640 x 480 Pixeln, wird dieses nicht auf Bildschirmgröße skaliert. Das “schreit” nach einen Update bzw. einer Drittanbeiter-Applikation. Hier muss nachgebessert werden. Das Radio funktioniert nur – wie gewohnt – bei eingestecktem Kopfhörer, da das Kabel als Antenne dient. Die Klangqualität ist gut – da gibt’s nichts zu bemängeln. Würde ich hier nicht über Windows Phone 7 im generellen schreiben, sondern Hardware mit in Boot holen, dann würde ich über Dolby Mobile und SRS WOW HD schreiben, was HTC seinen Geräten gegönnt hat – tu ich aber nicht
Und dann wäre da noch das Bilder-Hub und die Kamera. Im Bilder-Hub finde ich synchronisierte Bilder, eigene Aufnahmen, gespeicherte Bilder, aber auch Bilder, die meine Kontakte in sozialen Netzwerken teilen. Die Kamera hingegen hat, ein sehr cooles Feature dazu bekommen. In dem Moment, wo ich eine Aufnahme gemacht habe, schiebt sich das Bild auf die Seite und ich kann weiter fotografieren. Schieb ich den Bildschirm nach rechts, bin ich wieder ein der Aufnahme selber, kann diese löschen, versenden, auf meinen SkyDrive Account hochladen – oder ich schiebe eben wieder die Kamera in den Vordergrund. Das macht Spaß und ist sehr nützlich. Da die Minimumspezifikationen von Microsoft bei 5 Megapixel angesiedelt wurden, sind die Aufnahmen durchwegs gut – liegt natürlich aber auch an der Hardware. Schön ist auch, dass man HD-Videos (720p) mit den verfügbaren Geräten aufzeichnen kann. Diese synchronisiert man dann wieder mit der Zune-Software und kann diese dann anschließend mit einem Programm seiner Wahl bearbeiten.
Mein Fazit:
Ich habe versucht hier objektiv über die Vor- aber auch über die Nachteile zu schreiben. Es ist noch nicht alles “Gold was glänzt”, aber “Silber” glänzt auch. An einigen Stellen muss Microsoft durchaus optimieren, dennoch präsentiert sich Windows Phone 7 als durchaus durchdacht. Allerdings ist Windows Phone 7 nicht für jedermann! Brauche ich Individualentwicklungen oder kann ohne mein Dateisystem, Tethering und Festplattenmodus nicht leben, dann nehmt bitte die Hände weg. Bei einem Test über ein Betriebssystem – gerade wenn es neu ist – muss man sich längere Zeit damit beschäftigen und arbeiten. So erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit in diesem Test, sicherlich werden mir und euch noch andere Dinge ein- und auffallen, über die ich dann auch schreiben werde. Da mir leider – MVP hin oder her – kein Gerät in der Betaphase zur Verfügung gestellt wurde, kannte ich Windows Phone 7 bis vor 3 Wochen auch nur von Powerpoint Slides oder dem Emulator. Da kommt aber schon gar nichts vom “Feeling” rüber, das ja eigentlich immer aufkommt, wenn man ein neues Stück Technologie in der Hand hält. Schlimm finde ich es nur, wenn Leute über etwas urteilen, was sie a) Mangels Geräten (ok, ganz anderes Thema) und/oder b) Mangels ausreichender Beschäftigung nicht beurteilen können. Oder überhaupt etwas abschreiben, was sie im Web gefunden haben. Microsoft hat mit Windows Phone 7 nicht alles – aber vieles – richtig gemacht. Es ist ein Neustart und keine Weiterentwicklung. Es ist nicht iOS, WebOS, Symbian, etc. aber eben auch nicht Windows Mobile, mit dem es immer wieder verglichen wurde. An sowas sollte man objektiv rangehen, ohne vorgefertigte Meinung.
Im Titelbild: HTC Trophy, IE7 mobile








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